Lost im Alltag

Es ist unglaublich, aber wahr! Mein letzter Beitrag liegt tatsächlich vier Monate zurück und jetzt klaue ich mir endlich ein wenig Zeit, um zu schreiben. Ehrlich gesagt, habe ich meine kleine, kreative Auszeit ziemlich vermisst. Es liegt ein Vierteljahr Pause zwischen mir und meinem Blog. Doch damit ist jetzt Schluss.

Auch wenn bereits die Zeit der Kürbisse begonnen hat, möchte ich die warmen Monate noch einmal in Erinnerung rufen und Euch kurz erzählen, wie es uns erging. Die Sommerzeit verflog mit Sonnencreme auftragen, 3 Kinder in Badeklamotten an- und auskleiden, einen pinkfarbenen Badeflamingo in Übergrösse auf- und abpumpen, Beeren essen im Garten, fiese Mückenstiche aufkratzen und zeitgleich wilde Bienen verjagen und nicht zuletzt Eisessen in Dauerschleife und viel zu spät ins Bett gehen.

Natürlich lagen dazwischen noch etliche Arztbesuche, Fahrten zur Ballettstunde, Einkäufe im Supermarkt, Essen auf- und abtragen, Betten machen, aufräumen, Wasch- und Spülmaschinen ein- und ausräumen, Kindergartenfeste feiern, Kinder trösten, baden, erziehen, lieb haben und zu Bett bringen und so weiter und so fort.

Zwischen dem stinknormalen Leben und unserem Alltag mit drei Kindern bin ich ehrlich gesagt manchmal ziemlich lost. Mein Kopf schwirrt mir vor Verpflichtungen und To-Do Listen und ich rase mit der Zeit um die Wette. Morgens mit Schlafdefizit aus den Betten quälen und dann hoppladihopp schnell anziehen, Frühstücken, Brotzeit herrichten und pünktlich in der Schule und dem Kindergarten auf der Matte stehen.

Noch nie habe ich so viel Verantwortung getragen und meine Antennen für die Erkennung von Gefahrenmomenten sind in Dauerbereitschaft. Mit dem Nagel in die Steckdose gefasst, in den Pool gefallen ohne Schwimmflügel oder mit Vollkaracho einen Ast ins Auge gerammt, um nur ein paar Schreckensmomente aufzuzählen.

Nichts desto trotz ist mein Leben in Elternzeit so viel wertvoller und wichtiger als all die anderen Momente meines Berufslebens zuvor. Noch nie haben mich Menschen so sehr gebraucht wie jetzt. Noch nie habe ich einem Menschen zuvor die Welt bedeutet. Noch nie haben mich so dauerhaft Blicke verfolgt um von mir zu lernen und mich als Vorbild zu erachten. Noch nie haben mich Arme so fest umschlungen und Hände so fest gehalten. Die Zeit mit unseren Kindern ist das grösste Geschenk, das wir uns und ihnen geben können. Wir sollten versuchen inne zuhalten und den Moment geniessen, in dem wir so sehr gebraucht werden.

Ja, es ist manchmal schwer, das Handy beiseite zulegen, wenn wir nur schnell eine Überweisung machen möchten oder eine letzte WhatsUp verschicken, um den Geburtstag zu organisieren. Doch manchmal sollten wir unvernünftig sein und alles stehen und liegen lassen, um nochmals selbst Kind mit unseren Kindern zu sein. Einfach mal Schaukeln, Seifenblasen pusten, den Teller abschlecken, auf Bäume klettern, Höhlen bauen und im abgedunkelten Zimmer mit der Taschenlampe auf Schatzsuche gehen.

Ab heute werde ich versuchen etwas unvernünftiger zu sein. Vielleicht beginne ich damit genau an dem heutigen Nachmittag.  Erstmal nichts tun. Keine E-Mail, keine Einkäufe, kein Aufräumen, kein Anrufe, sondern Zeit mit meinen Kindern auf der Couch beim Nichtstun. Wobei Nichtstun mit drei kleinen Kindern im Alter von eins, vier und sechs Jahren schwierig wird.

Seht selbst: hier kommt ein kleiner Auszug von einem Buch das da heisst: 3 Kinder und ein Tag. Ein wie ich finde fantastisches Geburtstagsgeschenk meines Mannes an mich. Es wurde von Tanja Székessy geschrieben.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Advertisements

2 Comments

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s