Tanze Dich jung!

Noch einmal jung sein und sich so frei fühlen wie früher. Die kleinen Fluchten aus dem Alltag sind so wunderbar losgelöst von der Welt aus Windeln und Feuchttüchern. Wenn man dann noch seinen Ehemann innig küsst, fühlt sich das schon fast verboten jung an.

In dieser Nacht entführte uns Paul Kalkbrenner für ein paar Stunden aus dem geregelten Leben. Das Tanzen, Trinken, Schwitzen und Arme in die Luft werfen funktioniert noch immer so gut wie früher. Der Bass, die elektronische Musik und die Lichter bewirken noch immer das Gleiche. Sie machen mich einfach glücklich.

Das einzig Irritierende war, dass über unseren Köpfen unzählige Handydisplays leuchteten. Das komplette Konzert wurde live aufgezeichnet, damit wenig später die Videos auf den sozialen Kanälen in die Welt hinausgeschickt werden konnten. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich meinen Teil dazu beitragen und mich zeitgleich nochmals jünger fühlen.

Dass wir einer anderen Generation angehören machte sich nicht nur durch unser Äusseres bemerkbar, sondern auch durch unser Tanzen. Es ging dabei nicht um den Tanzstil, sondern darum, dass wir tanzten. Alle anderen tanzten nämlich nicht, sondern filmten.

Ich kann mich noch gut an meine ersten Konzerte erinnern. Zu den Bässen von Rage Against the Machine und Prodigy ging einiges. Wir tanzten! Und dabei konnte es leicht passieren, dass man schon fast durch die Massen flog. Dabei konnte man innerhalb weniger Minuten komplett auf der andere Seite der Bühne landen, weil man von Tanzwütigen weggepogt wurde.

Natürlich gab es auch Nichttänzer in der letzten Reihe, die an ihrem Bier nuckelten und mit der grossen Zehe wackelten. Doch sie waren eher die Ausnahme. Die Einzigen, die beim Kalkbrenner Konzert tanzten und schwitzten waren jenseits der vierzig. Vielleicht wissen die „in der Mitte ihres Lebens Menschen“ einfach nur, dass es nicht mehr endlos so weitergehen kann und man noch alles raushauen muss solange es geht.

Ach ja und das Konzert, das ja letztendlich ein DJ Auftritt war kostetet 40 Euro. Das gab es  früher nicht. Da hast Du zehn Mark Eintritt bezahlt und dafür David Morales und Sven Väth im Doppelpack bekommen. Doch jetzt höre ich auf zu meckern und rufe zum Glücklichtanzen auf!

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